Blutrote Schuhe: Wer Schön Sein Will Muss leiden

[TW: BLUT] Gestern hatte ich meinen ersten Praktikumstag. Dank Depression hatte ich weder eine grosse Vorfreude, noch konnte der Tag selbst positive Spuren hinter lassen. Es ist alles über mich hinüber geflossen, wie eine lauwarme Welle. Aber was anderes, das hat es ausgelöst und zwar schmerzende Füsse. Da ich keine Ahnung hatte, was der Dresscode ist und mich so spät nicht mehr traute, zu fragen, hatte ich schwarze Hosen und ein weisses Hemd an. Dazu habe ich ein paar schwarze Pumps angezogen, weil sie in meinem Kopf zu den gut eingelaufenen und bequemen Stöckelschuhen zählen. 30 Sekunden nach verlassen der Haustür merkte ich, wie meine Zehen schmerzen. Es war aber nicht die Sorte Schmerz, die mich persönlich zwingen würde umzukehren und andere Schuhe anzuziehen. Es war halt das, was ich von Stöckelschuhen erwarte. Es war trotzdem kein leichter Gang zum Bahnhof und endlich im Zug angekommen, entschied ich mich dazu, kurz aus den Schuhen zu schlüpfen. Sobald ich es tat, blickte ich mich erschrocken um, um mich zu vergewissern, dass niemand in der Nähe war. Meine Schuhe waren voller Blut. Meine Füssen waren so zusammengequetscht, dass meine Zehennägel sich mir ins Fleisch gebohrt hatten. Ich hatte nicht mal ein Taschentuch […]

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Wie hole ich mir professionelle psychologische Hilfe?

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  TW: Erwähnung von Suizid und psychischen Krankheiten In „You Can’t Pour From An Empty Cup“ hat Miriam über Self Care geschrieben und wie sie persönlich mit den Tiefs umgeht. Nachdem sie auf Social Media um Hilfe bat, bekam sie viele Tipps und wohltuende Worte. Auch ich habe online schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Wenn ich gerade einen Feel-Good Film brauche oder ein lustiges Meme, dann ist auf meine Freunde Verlass. Ich möchte in diesem Text aber einen Schritt weiter gehen, denn jenseits von Heilung durch Yoga, Mindfullness Übungen und gutem Essen wird die Luft oftmals dünn. Wenn man sich bewusst wird, dass einem sowas nicht reicht, ist es nicht mehr ganz so leicht Tipps zu finden. Gerade jetzt während der Feiertage, kann es vorkommen, dass sich mit der vielen freien Zeit ein Vakuum bildet in welchem man von negativen Gefühlen überrollt wird und alte Probleme, Konflikte, Gefühle sich in den Vordergrund drängen. Auch das ist ein Thema, dem wir uns als moderne, intersektionale Feminist*innen annehmen sollten. Der Ableismus unserer Gesellschaft macht nicht nur Menschen mit Behinderungen das Leben schwer, er hindert uns auch daran einen Besuch bei der Psycholog*in als so selbstverständlich anzusehen, wie den Gang zur Hausärztin bei einer Grippe. […]

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Wieso Ich gestern an den Women’s March in Zürich ging

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  Schlaue Gründe, um am Women’s March in Zürich teilzunehmen, gab es viele. Am Ende des Protests wurden viele dieser Gründe auch von den Rednerinnen angesprochen: die Rettung der AHV durch die Erhöhung des Rentenalters für Frauen, der klaffende Pay Gap und und und. Darüber möchte ich hier aber nicht schreiben. Zum Teil, weil es Leute gibt, die einfach besser informiert sind, zum Teil jedoch, weil vieles mich im Hier und Jetzt gar nicht betrifft. Mit Mitte zwanzig und als Studentin scheint das Rentenalter in schier unendlicher Ferne und bei meinen vereinzelten Ferienjobs spüre ich auch noch nicht viel von der Lohnungleichheit. Klar, das alles kommt auf mich zu -und wahrscheinlich schneller, als ich jetzt denke. Und natürlich möchte ich mich jetzt schon solidarisieren mit Frauen, die arbeiten, und Frauen, die schon um ihre Rente fürchten. Was aber sind die Gründe, die emotional schwer wiegen?  Was bewegt Frauen in meinem Alter, und die bezüglich Privilegien eher im Mittelfeld spielen, auf die Strasse zu gehen? Mein Alltag ist seit fünf Jahren die Universität, das Studentenleben mein Erfahrungsrahmen. Es ist also ein relativ privilegiertes Leben. Seit ich angefangen habe zu studieren, war ich an drei verschiedenen Schweizer Hochschulen und arbeitete kurz selbst […]

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