Gestern noch.

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Erst Gestern noch im Parc de l’hermitage gelegen und von Spatzen, Blüten und Balkongeländern zum Lesen gezwungen worden. Erst vor einigen Tagen, sagt das Gefühl, hast du Angst und Blut geschwitzt, um deinen Bachelor zu beenden. Ja. Und ich dachte, das schaffe ich nie rechtzeitig. Und falls doch, dann wird der ganze Schwachsinn nicht rechtzeitig korrigiert. Das Gefühl nickt. Die Bestätigung kam dann einen Tag, bevor ich meinen Master in einer anderen Stadt anfing. Zum Glück. Das Gefühl schaut fragend. Ja, das war dann einige Wochen lang meine Geschichte. Also das kurze Anekdötchen, welches man Fremden hinwirft, wenn man eigentlich nichts zu sagen hat. Hach ja, das war ein Stress! Gestern die Bachelor Bestätigung und heute schon den Master anfangen! Aber eigentlich hat genau dies, die Flicken zusammen gehalten. Weil du keine Zeit zum Nachdenken hattest, sagt das Gefühl. Ich nicke. So ist es. Und Gestern ist jetzt einen Monat her. Mal wieder betrogen von der Zeit, denke ich. Oder von dir selbst, weil du diese nicht genutzt hast. Ich hebe die Augenbrauen, aber das Gefühl weiss, dass es recht hat. Und jetzt, da du dich an den Stress gewöhnt hast, schaltet die Zeit einen Gang runter und das Hamsterrad im Kopf wird wieder in Betrieb genommen. Wir nicken. So ist es. In meinem Kopf sieht es schlimmer aus, als im Keller meiner Eltern. Im Keller stehen die Objekte der letzten vier Jahre in Kisten verpackt. Teilweise auch in Tüten. Aber man kann noch so knapp hin und her laufen. In meinem Kopf sind die Gedanken der letzten vier Jahre quer über den Boden des Alltags verstreut. Einige hängen von der Decke. Andere sitzen zwischen Erinnerungen und Schädelwand in den Lücken. Was für ein Saustall, sagt das Gefühl. Ich nicke. Es wird Zeit, dass ich aufräume. Es wird vor allem Zeit, dass du ausmistest, sagt das Gefühl. So ist es. Die kleinen Kisten zuerst, ja?

 

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