Wie hole ich mir professionelle psychologische Hilfe?

arose

  TW: Erwähnung von Suizid und psychischen Krankheiten In „You Can’t Pour From An Empty Cup“ hat Miriam über Self Care geschrieben und wie sie persönlich mit den Tiefs umgeht. Nachdem sie auf Social Media um Hilfe bat, bekam sie viele Tipps und wohltuende Worte. Auch ich habe online schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Wenn ich gerade einen Feel-Good Film brauche oder ein lustiges Meme, dann ist auf meine Freunde Verlass. Ich möchte in diesem Text aber einen Schritt weiter gehen, denn jenseits von Heilung durch Yoga, Mindfullness Übungen und gutem Essen wird die Luft oftmals dünn. Wenn man sich bewusst wird, dass einem sowas nicht reicht, ist es nicht mehr ganz so leicht Tipps zu finden. Gerade jetzt während der Feiertage, kann es vorkommen, dass sich mit der vielen freien Zeit ein Vakuum bildet in welchem man von negativen Gefühlen überrollt wird und alte Probleme, Konflikte, Gefühle sich in den Vordergrund drängen. Auch das ist ein Thema, dem wir uns als moderne, intersektionale Feminist*innen annehmen sollten. Der Ableismus unserer Gesellschaft macht nicht nur Menschen mit Behinderungen das Leben schwer, er hindert uns auch daran einen Besuch bei der Psycholog*in als so selbstverständlich anzusehen, wie den Gang zur Hausärztin bei einer Grippe. […]

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Der gut gebildete Mittelstand und Ich

catsonly

Der Zug ist abgefahren. Jetzt. Gerade als ich anfange zu schreiben. Durch das gekippte Fenster höre ich ihn um die Kurve biegen. Ein leises Rauschen und dann Stille. Und ich sitze nicht in diesem Zug, sondern zuhause am Schreibtisch. Mit einem mulmigen Gefühl das sich von den Schulterblättern bis in die Hüften zieht. Eigentlich hätte ich gerne einen Event zu den Themen Rechtsrutsch und Antifeminismus in Zürich besucht, aber wie so häufig hat mich dieser eigentümliche Gefühlscocktail überschwemmt und so sitze ich nun hier in Leggings und Kapuzenpulli und voll mit Katzenhaaren. Lag es daran, dass die Fahrt 1½ Stunden dauert? Oder lag es am Föhnwind, der die Fensterläden rattern lässt und die Vögel vor meinem Fenster durch die Luft wirbelt? Nein. Obwohl das natürlich legitime Einwände sind. Mein Problem ist aber ein anderes. Letzte Woche hatte ich mich aufgerafft, entgegen des Bauchgefühls, der Kälte und der Zugfahrt. Und dann, als ich dort war, habe ich mich den ganzen Abend unwohl gefühlt. Ich sass da, das Craft Bier in der verschwitzten Hand und fragte mich, wie sehr es auffällt, dass ich da nicht hin gehöre. Das frage ich mich auch in Konzerthäusern, in Museen und manchmal sogar im Theater, obwohl ich selber neun […]

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