Gedanken übers Prokrastinieren

deepwoodsDie Prokrastination als Thema ist im Mainstream angekommen. Ja, man könnte sogar sagen, dass sie ziemlich gut verankert ist. Man kann Blogpost um Blogpost darüber lesen, Zeitungen von A bis Z haben darüber berichtet und wenn man nicht lesen mag, kann man ja sogar einem Ted Talk zum Thema lauschen. Das kann dann -sogar!- zu einer neuen Form der Prokrastination werden. Anstatt jetzt das zu tun, was ich eigentlich tun sollte, verschwende ich einen ganzen Tag darauf mich von Prokrastination, zu Konditionierungstheorien zu Pawlowschen Hunden zu Placebos bis hin zu Benjamin Franklin zu klicken. Habt ihr gewusst, dass der Sultan von Konstantinopel Süleyman I gelernter Goldschmied war? Interessant. Was mich aber wirklich gurkt ist, dass ich auch da prokrastiniere, wo ich eigentlich nicht will (beziehungsweise wollen sollte). Nämlich bei Dingen, die mir eigentlich total Spass machen. Also bei meinen Hobbies. Es passiert mir also, dass ich Lust hätte zu schreiben, fotografieren, kochen oder etwas Yoga zu machen, und stattdessen verbringe ich dann einen ganzen Nachmittag damit, eine Haarklammer zu suchen, die mir vor fünf Jahren vielleicht hinter’s Bett gerutscht ist. Und dass gehört wahrscheinlich noch zu meinen besseren Momenten, weil ich dann immerhin hinterm Bett gestaubsaugt habe. Lose -Win, was?! Mit der Fotografie nimmt das Ganze dann auch mal perverse Ausmasse an. Ich bitte andere Leute mich für den Blog zu fotografieren und poste es dann nie. Oder ich schiesse 500 Ferienbilder, die ich dann nie oder extrem spät mit meinen Mitreisenden teile. Hochzeitsfotos hab ich auch schon verprokrastiniert, vor mir ist da nix sicher! Und darum jetzt, hier, fast sofort ein paar Bilder die letzten Samstag spontan im Wald entstanden sind, als ich dabei war für einen Freund Plakate aufzuhängen (rechtzeitig!) und mich dann noch zu einem Spaziergang entschloss. Das ist also erst zwei Tage her. Das nenn ich jetzt mal Fortschritt und lass es dabei bleiben, bevor mir diese ganze prokrastinationsfreie Lebenslust noch zu Kopf steigt.

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jumpsuit: thought /// jeans jacke: mango (alt) /// schuhe: veja

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Jackenwetter?

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Meine Familienmitglieder, die noch aktiv in der Landwirtschaft tätig sind, sehen die Folgen ja so ziemlich überall und tagtäglich. Mehr Düren, heftigere Unwetter und Erde, die verbrannt aussieht, vom Einsatz der ganzen Herbizide und Pestizide und was einem sonst noch so einfällt. Anno dazumal hätte man das Wetter immer gut voraussagen können, aber jetzt sitzen die älteren Menschen bei meinem Onkel im Dorf oft ratlos vor der Hofpforte und wundern sich, wie es so weit kommen konnte.

Wenn man in einer Stadt lebt, fällt das alles weniger auf (ausser natürlich letzten Sommer, als ich mit meinen Katzen zusammen, jämmerlich zusammengekrümmt auf den Fliessen etwas Abkühlung suchte). Aber es gibt da doch eine Sache, die sich in den letzten Jahren sehr verändert hat: Es gibt kein Jackenwetter mehr. Ich, als Liebhaberin von Jacken und Mänteln, freue mich immer über verschiedene Wetterbedingungen und wechsle dann fröhlich von Parka, zu Wollmantel, zu Regenjacke und wieder zurück. Mir fällt aber auf, dass ich in den letzten Jahren immer wieder fast gänzlich ohne Übergang von Wintermantel zu „ich pack mir noch einen Cardigan in die Tasche, falls es abkühlt“ gegangen bin.

Auch dieses Jahr, habe ich das Gefühl, dass wir von Zähneklappern und rauen Hände direkt zum Marathonschwitzen übergegangen sind. Vor einem Monat musste ich morgens noch regelmässig einen leichten Mantel anziehen, weil es so kalt war und jetzt ist es in Jeans und Bluse ab 10 Uhr kaum mehr auszuhalten. Die Bilder hier entstanden vor etwa drei Wochen und schon da habe ich die Jeansjacke mehr aus Liebe zu ihren sechs Taschen getragen, als dass ich sie zum warm halten gebraucht hätte.

Wer weiss, vielleicht liegt hier der Schlüssel zum Klimaschutz:  wir müssen die Modeindustrie nur davon überzeugen, dass in Europa mit vier Jahreszeiten an Bekleidungsmöglichkeiten mehr Umsatz zu machen ist, als mit einer Mantel- und einer Bikinikollektion. Ist das nicht ein geniales Argument? Da seht ihrs, ich werde die Welt doch noch retten.

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Jacke: Mango (alt) | Top: ? (alt) | Jeans: Mango | Schuhe: Vögele | Tasche: Zara

 
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Don’t you have better things to do than writing a fashion blog?

First of all: Yes. Me, in particular, I would need to write a shit ton of other stuff right now. But that is besides the point. Does anyone still need to write a fashion blog in 2016? Even if you want to put yourself out there, why not just microblog over instagram? Are we still pretending to read the text accompanying the outfit posts of big blogs?
When I started blogging the idea of fashion blogs was new, fresh and exciting. I loved seeing girls like me wear stuff I could afford and find myself. But in just over a decade a lot has changed. This is certainly a topic I would like to further explore in future. How we went from average looking young women wearing H&M to the same women somehow not only transforming their wardrobes but also their bodies, wandering off into spheres which -once again- are not reachable for your average Susie. I find it fascinating how twelve years ago bloggers would be shamed for being rude, while today the arguably same nobodies manage to still make money without even disclosing where their clothes come from. Which brings me back to the title of this post: what’s the fucking point anyway?
There are several reasons why I decided to also blog about fashion. One being that some really good, inspiring fashion blogs can still be found out there and many of those developed into a direction I would not have expected: they blog about fair fashion, sustainability and their responsibility in regards to it. I too, would like to change my habits (which at the moment are quite bad) and rethink my relation to material goods in general. Another reason for this is that I feel the spectrum of blogs is getting more limited everyday. Sometimes I am scrolling through feeds left and right, hoping to see myself but I never do. Until I realized that maybe I should just put myself out there. And so I did.

T-Shirt & Jeans: Mango | Blazer: Zara | Sneakers: Nike | Beanie: Pieces | Bag: Nneka Merchandise

 
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