Schlafhygiene – Von einer Betroffenen für Betroffene

Der Begriff Schlafhygiene wird jeder Person bekannt sein, die schon einmal psychologische oder psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen hat. Dabei handelt es sich um bestimme Gewohnheiten, die dabei helfen sollen einen gesunden und erholsamen Schlafrhythmus aufzubauen. Für die, die ohne Hilfe gut ein- und durchschlafen, mögen die Tipps der Schlafhygiene etwas obsolet klingen, aber für etwa einen Viertel der Bevölkerung sind Schlafstörungen ein zermürbender Lebensbegleiter (Schweizerische Gesundheitsbefragung 2012, BfS & für Deutschland gemäss einer Statistik des Robert-Koch Instituts). Der fehlende Schlaf ist nämlich nicht zu unterschätzen. Eine Schlafstörung kann nicht nur die Tore öffnen für andere psychische Leiden, sondern auch direkt zum Verhängnis werden. Etwa durch Sekundenschlaf am Steuer oder einer verzögerten Reaktionszeit im Alltag. Tatsächlich ist der Schlaf für unser Wohlbefinden so essentiell, dass er bei einer psychiatrischen Behandlung oftmals sogar vorrangig behandelt wird. Das mag überraschen, wenn man wegen einer Angststörung, Depression oder ähnlichem zum Arzt kommt und es dann plötzlich heisst: „Wir kümmern uns zuerst um den Schlaf und dann schauen wir weiter.“ Die Grundpfeiler der Schlafhygiene sind unkompliziert und auch für den Laien gut nachvollziehbar: Man sollte jeden Tag zur selben Zeit ins Bett gehen und sich auch an Wochenenden an diesen Rhythmus halten. Drei Stunden […]

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Wie hole ich mir professionelle psychologische Hilfe?

arose

  TW: Erwähnung von Suizid und psychischen Krankheiten In „You Can’t Pour From An Empty Cup“ hat Miriam über Self Care geschrieben und wie sie persönlich mit den Tiefs umgeht. Nachdem sie auf Social Media um Hilfe bat, bekam sie viele Tipps und wohltuende Worte. Auch ich habe online schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Wenn ich gerade einen Feel-Good Film brauche oder ein lustiges Meme, dann ist auf meine Freunde Verlass. Ich möchte in diesem Text aber einen Schritt weiter gehen, denn jenseits von Heilung durch Yoga, Mindfullness Übungen und gutem Essen wird die Luft oftmals dünn. Wenn man sich bewusst wird, dass einem sowas nicht reicht, ist es nicht mehr ganz so leicht Tipps zu finden. Gerade jetzt während der Feiertage, kann es vorkommen, dass sich mit der vielen freien Zeit ein Vakuum bildet in welchem man von negativen Gefühlen überrollt wird und alte Probleme, Konflikte, Gefühle sich in den Vordergrund drängen. Auch das ist ein Thema, dem wir uns als moderne, intersektionale Feminist*innen annehmen sollten. Der Ableismus unserer Gesellschaft macht nicht nur Menschen mit Behinderungen das Leben schwer, er hindert uns auch daran einen Besuch bei der Psycholog*in als so selbstverständlich anzusehen, wie den Gang zur Hausärztin bei einer Grippe. […]

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