Blutrote Schuhe: Wer Schön Sein Will Muss leiden

[TW: BLUT] Gestern hatte ich meinen ersten Praktikumstag. Dank Depression hatte ich weder eine grosse Vorfreude, noch konnte der Tag selbst positive Spuren hinter lassen. Es ist alles über mich hinüber geflossen, wie eine lauwarme Welle. Aber was anderes, das hat es ausgelöst und zwar schmerzende Füsse. Da ich keine Ahnung hatte, was der Dresscode ist und mich so spät nicht mehr traute, zu fragen, hatte ich schwarze Hosen und ein weisses Hemd an. Dazu habe ich ein paar schwarze Pumps angezogen, weil sie in meinem Kopf zu den gut eingelaufenen und bequemen Stöckelschuhen zählen. 30 Sekunden nach verlassen der Haustür merkte ich, wie meine Zehen schmerzen. Es war aber nicht die Sorte Schmerz, die mich persönlich zwingen würde umzukehren und andere Schuhe anzuziehen. Es war halt das, was ich von Stöckelschuhen erwarte. Es war trotzdem kein leichter Gang zum Bahnhof und endlich im Zug angekommen, entschied ich mich dazu, kurz aus den Schuhen zu schlüpfen. Sobald ich es tat, blickte ich mich erschrocken um, um mich zu vergewissern, dass niemand in der Nähe war. Meine Schuhe waren voller Blut. Meine Füssen waren so zusammengequetscht, dass meine Zehennägel sich mir ins Fleisch gebohrt hatten. Ich hatte nicht mal ein Taschentuch […]

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Die Welt Retten 101

revolution101

  Letzten Sommer habe ich angefangen diesen Text zu schreiben. Und dann aufgehört. Und wieder angefangen. Und, ihr ahnt es, wieder aufgehört. Jetzt reicht’s aber langsam mal, weil ich das Thema doch wichtig finde. Also kommt hier der dritte Versuch. Freitag vor einem Jahr und drei Monaten wurde ich von einem Punkt Licht geweckt, der sich durch unsere alten Fensterläden ins Schlafzimmer geschlichen hatte und mir auf der Nase sass. Gemäss den Instinkten meiner Generation schaute ich nach dem Aufwachen zu allererst auf mein Smartphone. „Don’t think I’ve ever been so ashamed to be British“, war da der erste Status, den Facebook mir ausspuckte. Bitte, was? Eingeschlafen war ich die Nacht zuvor mit dem Ergebnis Gibraltars, welches zu 96% gegen den Austritt aus der EU gestimmt hatte und mit Bildern von der #remain Kampagne, wo den Leuten das Siegeslächeln schon auf den Lippen lag. Ich zog die Decke über den Kopf und dachte nach. Brexit. Was ist da bloss falsch gelaufen? Wie kommen Menschen dazu, für den Austritt zu stimmen? Und sowieso: wie kann es sein, dass sich überall in Europa und in Nordamerika Menschen von reaktionärem und nationalistischem Gedankengut verleiten lassen? Nach dem Brexit kam ja wie bekannt ist […]

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OOTD: Die Kultur von Jemand Anderem

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  Mit den meisten Modefragen muss man nicht zu mir kommen. Ich mag es zwar einzukaufen, ich ziehe mich auch gerne schön an, aber es gibt ziemlich viel, was einfach an mir vorbeizieht. Fashion weeks habe ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr verfolgt und ich kaufe mir seit zehn Jahren keine Modezeitschriften mehr. Deswegen steh‘ ich auch manchmal etwas auf der Leitung, wenn sich ein neuer Trend anbahnt und wenn es mich dann überkommt mitzumachen, ist es meist schon zu spät. Vielleicht bin ich auch etwas traumatisiert, weil ich als junges Mädchen mal auf der Strasse darauf angesprochen wurde, dass das Haartuch, welches ich trug, nicht mehr im Trend sei. Kinder sind so grausam. Und ja, Adriana, ich erinnere mich an dich. Ein Trend, der sich jetzt schon länger hält, ist mir aber zunehmend ein Dorn im Auge. Ob ihr Fans des Hippie Styles seid oder nicht, ob ihr bei den High Street oder High End Läden einkauft, sogar als völlig Mode-Uninteressierte werdet ihr luftigen, bestickten Blusen und Kleidern und Röcken begegnet sein. Falls ihr gerne online einkauft, steht da eventuell „hippie“, „gypsy“*, „boho“ drunter. Oder ein Kleid heisst „Yelena peasant dress“. Ein weiteres Lieblingsadjektiv ist „ethnic“. Die Modeindustrie ist schon seit einigen Jahren, […]

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Eine schlichte Katze wäre besser gewesen – Über unnötige T-Shirt Drucke

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Ja, ich weiss. Es gibt so viele Dinge, über die man sich eher aufregen kann- keine Sorge, ich habe genug Motzkraft und komme auch zu eurem Lieblingsproblem. Aber heute möchte ich mich einem persönlichen Favoriten widmen. Einem Thema, dass schon seit über einem Jahr in meinen Post-Entwürfen sitzt und für welches ich regelmässig Beweismaterial sammle. Es geht um dumme, unnötige, peinliche und manchmal schlichtweg hässliche T-Shirt Drucke. Bevor mir jetzt jemand den metaphorisch ersten Stein um die Ohren hauen will: Ja, auch ich habe T-Shirts, die mit irgendwas bedruckt sind. Ja, es gibt auch verdammt gute T-Shirt Projekte. Ja, darunter waren zumindest in der Vergangenheit auch welche, für die ich mich heute ohrfeigen will (Avril Lavigne Fan-Shirt mit Slipknot Ästhetik? Ohmygawd). Aber über gewisse Exemplare müssen wir jetzt trotzdem mal reden. Das Universum des politisch unkorrekten Druckes ist da zum Glück schon abgedeckt. Bei Prints wie „Grab America By The Pussy“ muss man sich ja auch nicht wundern, warum alle heiss laufen. Und vor allem wenn es die grossen Themen betrifft, kommt die Reaktion ja auch schnell und gewandt. Aber um solche Themen geht es mir heute -ausnahmsweise- nicht. Sonst könnte ich ja auch den Rest meines Lebens damit verbringen, […]

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Wieso Ich gestern an den Women’s March in Zürich ging

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  Schlaue Gründe, um am Women’s March in Zürich teilzunehmen, gab es viele. Am Ende des Protests wurden viele dieser Gründe auch von den Rednerinnen angesprochen: die Rettung der AHV durch die Erhöhung des Rentenalters für Frauen, der klaffende Pay Gap und und und. Darüber möchte ich hier aber nicht schreiben. Zum Teil, weil es Leute gibt, die einfach besser informiert sind, zum Teil jedoch, weil vieles mich im Hier und Jetzt gar nicht betrifft. Mit Mitte zwanzig und als Studentin scheint das Rentenalter in schier unendlicher Ferne und bei meinen vereinzelten Ferienjobs spüre ich auch noch nicht viel von der Lohnungleichheit. Klar, das alles kommt auf mich zu -und wahrscheinlich schneller, als ich jetzt denke. Und natürlich möchte ich mich jetzt schon solidarisieren mit Frauen, die arbeiten, und Frauen, die schon um ihre Rente fürchten. Was aber sind die Gründe, die emotional schwer wiegen?  Was bewegt Frauen in meinem Alter, und die bezüglich Privilegien eher im Mittelfeld spielen, auf die Strasse zu gehen? Mein Alltag ist seit fünf Jahren die Universität, das Studentenleben mein Erfahrungsrahmen. Es ist also ein relativ privilegiertes Leben. Seit ich angefangen habe zu studieren, war ich an drei verschiedenen Schweizer Hochschulen und arbeitete kurz selbst […]

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