Der gut gebildete Mittelstand und Ich

catsonly

Der Zug ist abgefahren. Jetzt. Gerade als ich anfange zu schreiben. Durch das gekippte Fenster höre ich ihn um die Kurve biegen. Ein leises Rauschen und dann Stille. Und ich sitze nicht in diesem Zug sondern zuhause am Schreibtisch, mit einem mulmigen Gefühl das sich von den Schulterblättern bis in die Hüften zieht. Eigentlich hätte ich gerne einen Event zu den Themen Rechtsrutsch und Antifeminismus in Zürich besucht, aber wie so häufig hat mich dieser eigentümlicher Gefühlscocktail überschwemmt und so sitze ich nun hier in Leggings und Kapuzenpulli und voll mit Katzenhaaren. Lag es daran, dass die Fahrt 1½ Stunden dauert? Oder lag es am Föhnwind, der die Fensterläden rattern lässt und die Vögel vor meinem Fenster durch die Luft wirbelt? Nein. Obwohl das natürlich legitime Einwände sind. Mein Problem ist aber ein anderes. Letzte Woche hatte ich mich aufgerafft, entgegen des Bauchgefühls, der Kälte und der Zugfahrt. Und dann, als ich dort war, habe ich mich den ganzen Abend unwohl gefühlt. Ich sass da, das Craft Bier in der verschwitzten Hand und fragte mich, wie sehr es auffällt, dass ich da nicht hin gehöre. Das frage ich mich auch in Konzerthäusern, in Museen und manchmal sogar im Theater, obwohl ich selber neun […]

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Light Hurts

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This is the first time I will address mental health directly here. I should have done that ages ago, because honestly it is probably the topic I have most to say about (except complaining about people on public transport which has become an olympic discipline in my universe). The articles I read nowadays about various aspects of mental health make me want to personally scream at the authors. I don’t want to step on anyone’s toes or to discredit people’s feelings, but in my opinion there is a big number of people out there who write about mental health without being qualified to do so- mostly because they are not mentally unhealthy in the clinical sense. And their writing gets eaten up by people who are equally healthy. Yes, this sounds cruel and I hope no one who really needs help reads this, thinking that they are a fraud. But I do believe that current developments in psychology, including the DSM 5 have contributed to lots of actually healthy people diagnosing themselves. Those people then heal their „mental disorders“ by doing yoga once a week, spending time in a forest and doing a vegan detox. Again, don’t get me wrong, all […]

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Gestern noch.

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  Erst Gestern noch im Parc de l’hermitage gelegen und von Spatzen, Blüten und Balkongeländern zum Lesen gezwungen worden. Erst vor einigen Tagen, sagt das Gefühl, hast du Angst und Blut geschwitzt, um deinen Bachelor zu beenden. Ja. Und ich dachte, das schaffe ich nie rechtzeitig. Und falls doch, dann wird der ganze Schwachsinn nicht rechtzeitig korrigiert. Das Gefühl nickt. Die Bestätigung kam dann einen Tag, bevor ich meinen Master in einer anderen Stadt anfing. Zum Glück. Das Gefühl schaut fragend. Ja, das war dann einige Wochen lang meine Geschichte. Also das kurze Anekdötchen, welches man Fremden hinwirft, wenn man eigentlich nichts zu sagen hat. Hach ja, das war ein Stress! Gestern die Bachelor Bestätigung und heute schon den Master anfangen! Aber eigentlich hat genau dies, die Flicken zusammen gehalten. Weil du keine Zeit zum Nachdenken hattest, sagt das Gefühl. Ich nicke. So ist es. Und Gestern ist jetzt einen Monat her. Mal wieder betrogen von der Zeit, denke ich. Oder von dir selbst, weil du diese nicht genutzt hast. Ich hebe die Augenbrauen, aber das Gefühl weiss, dass es recht hat. Und jetzt, da du dich an den Stress gewöhnt hast, schaltet die Zeit einen Gang runter und das Hamsterrad […]

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(Neu) Anfang

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    Mit dem Schreiben von Blogs habe ich Übung. Dieser hier ist mittlerweile mein Vierter. Ich gehöre zur Generation, die alles mitgemacht hat: MSN, Foren, Diddl-Chatroom, bescheuerte Email Adressen und myblog Designs inklusive. Die Blogs sind dann langsam anspruchsvoller geworden, ich gab mir Mühe weniger hinzukotzen und mehr vorzubereiten. Trotz dem Drang zu schreiben, Fotos zu teilen, auszutauschen und Dinge loszuwerden, blieben mir diese digitalen Tagebücher nie lange erhalten. Vielleicht liegt es daran, dass dieses aufwändige Format nicht zu mir passt (mein privater Instagram Account ist bis dato mein längster persönlicher Erfolg in Sachen Kontinuität). Vielleicht liegt es daran, dass ich in einem Alter war, in dem ich mich viel zu schnell weiterentwickelte. Die Beiträge von letztem Monat waren schnell peinlich, nicht gut genug oder passten nicht ins Konzept. Ein Konzept zu haben, das wissen die Besitzer von erfolgreichen Social Media Accounts, ist schliesslich das A und O. Man arbeitet an seinem Gesamteindruck, gleicht die Farbtemperatur seiner Bilder an, kennt seine Zielgruppe und kontrolliert seinen Inhalt. Vielleicht liegt die Kurzlebigkeit meiner Blogs auch daran, dass ich an meinen eigenen Konzepten immer wieder gescheitert bin. Es verhält sich ähnlich mit meinem Kleidungsstil. Ich nehme mir regelmässig vor mich minimalistisch zu […]

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