Schlafhygiene – Von einer Betroffenen für Betroffene

Der Begriff Schlafhygiene wird jeder Person bekannt sein, die schon einmal psychologische oder psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen hat. Dabei handelt es sich um bestimme Gewohnheiten, die dabei helfen sollen einen gesunden und erholsamen Schlafrhythmus aufzubauen. Für die, die ohne Hilfe gut ein- und durchschlafen, mögen die Tipps der Schlafhygiene etwas obsolet klingen, aber für etwa einen Viertel der Bevölkerung sind Schlafstörungen ein zermürbender Lebensbegleiter (Schweizerische Gesundheitsbefragung 2012, BfS & für Deutschland gemäss einer Statistik des Robert-Koch Instituts). Der fehlende Schlaf ist nämlich nicht zu unterschätzen. Eine Schlafstörung kann nicht nur die Tore öffnen für andere psychische Leiden, sondern auch direkt zum Verhängnis werden. Etwa durch Sekundenschlaf am Steuer oder einer verzögerten Reaktionszeit im Alltag. Tatsächlich ist der Schlaf für unser Wohlbefinden so essentiell, dass er bei einer psychiatrischen Behandlung oftmals sogar vorrangig behandelt wird. Das mag überraschen, wenn man wegen einer Angststörung, Depression oder ähnlichem zum Arzt kommt und es dann plötzlich heisst: „Wir kümmern uns zuerst um den Schlaf und dann schauen wir weiter.“ Die Grundpfeiler der Schlafhygiene sind unkompliziert und auch für den Laien gut nachvollziehbar: Man sollte jeden Tag zur selben Zeit ins Bett gehen und sich auch an Wochenenden an diesen Rhythmus halten. Drei Stunden […]

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11 Notes About Lisbon

When I was compiling this list, I noticed that I hadn’t written about tiles, the color blue or elevators, but I guess you can read all about those in roughly the first dozen or so results for “Lisbon” on Pinterest. What I have for you here is a taste of me being starstruck (hello, food!) and shell-shocked (really, how many times can people offer you cocaine in six days?!). So, if you like peacocks and think that geese can go fuck themselves, then this is for you. Never have I been to a place that so consistently smelled like good cooking. I don’t mean the heavy stench of big restaurants, I’m talking about barbecue at the lake and family reunions and grandmothers baking in the early morning. It’s steep. It has many stairs. I lived in Lausanne, which already is notorious for its panic-inducing stairs. I’ve visited Lyon and wanted to cry when once again I couldn’t see the end of another set of ever winding steps. But Lisbon..there’s just something about it. How I both felt like participating in a booty-workout bootcamp and how it just structured the place perfectly. I wrote about this in an Instagram post already […]

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Blutrote Schuhe: Wer Schön Sein Will Muss leiden

[TW: BLUT] Gestern hatte ich meinen ersten Praktikumstag. Dank Depression hatte ich weder eine grosse Vorfreude, noch konnte der Tag selbst positive Spuren hinter lassen. Es ist alles über mich hinüber geflossen, wie eine lauwarme Welle. Aber was anderes, das hat es ausgelöst und zwar schmerzende Füsse. Da ich keine Ahnung hatte, was der Dresscode ist und mich so spät nicht mehr traute, zu fragen, hatte ich schwarze Hosen und ein weisses Hemd an. Dazu habe ich ein paar schwarze Pumps angezogen, weil sie in meinem Kopf zu den gut eingelaufenen und bequemen Stöckelschuhen zählen. 30 Sekunden nach verlassen der Haustür merkte ich, wie meine Zehen schmerzen. Es war aber nicht die Sorte Schmerz, die mich persönlich zwingen würde umzukehren und andere Schuhe anzuziehen. Es war halt das, was ich von Stöckelschuhen erwarte. Es war trotzdem kein leichter Gang zum Bahnhof und endlich im Zug angekommen, entschied ich mich dazu, kurz aus den Schuhen zu schlüpfen. Sobald ich es tat, blickte ich mich erschrocken um, um mich zu vergewissern, dass niemand in der Nähe war. Meine Schuhe waren voller Blut. Meine Füssen waren so zusammengequetscht, dass meine Zehennägel sich mir ins Fleisch gebohrt hatten. Ich hatte nicht mal ein Taschentuch […]

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Wie hole ich mir professionelle psychologische Hilfe?

arose

  TW: Erwähnung von Suizid und psychischen Krankheiten In „You Can’t Pour From An Empty Cup“ hat Miriam über Self Care geschrieben und wie sie persönlich mit den Tiefs umgeht. Nachdem sie auf Social Media um Hilfe bat, bekam sie viele Tipps und wohltuende Worte. Auch ich habe online schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Wenn ich gerade einen Feel-Good Film brauche oder ein lustiges Meme, dann ist auf meine Freunde Verlass. Ich möchte in diesem Text aber einen Schritt weiter gehen, denn jenseits von Heilung durch Yoga, Mindfullness Übungen und gutem Essen wird die Luft oftmals dünn. Wenn man sich bewusst wird, dass einem sowas nicht reicht, ist es nicht mehr ganz so leicht Tipps zu finden. Gerade jetzt während der Feiertage, kann es vorkommen, dass sich mit der vielen freien Zeit ein Vakuum bildet in welchem man von negativen Gefühlen überrollt wird und alte Probleme, Konflikte, Gefühle sich in den Vordergrund drängen. Auch das ist ein Thema, dem wir uns als moderne, intersektionale Feminist*innen annehmen sollten. Der Ableismus unserer Gesellschaft macht nicht nur Menschen mit Behinderungen das Leben schwer, er hindert uns auch daran einen Besuch bei der Psycholog*in als so selbstverständlich anzusehen, wie den Gang zur Hausärztin bei einer Grippe. […]

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Der gut gebildete Mittelstand und Ich

catsonly

Der Zug ist abgefahren. Jetzt. Gerade als ich anfange zu schreiben. Durch das gekippte Fenster höre ich ihn um die Kurve biegen. Ein leises Rauschen und dann Stille. Und ich sitze nicht in diesem Zug, sondern zuhause am Schreibtisch. Mit einem mulmigen Gefühl das sich von den Schulterblättern bis in die Hüften zieht. Eigentlich hätte ich gerne einen Event zu den Themen Rechtsrutsch und Antifeminismus in Zürich besucht, aber wie so häufig hat mich dieser eigentümliche Gefühlscocktail überschwemmt und so sitze ich nun hier in Leggings und Kapuzenpulli und voll mit Katzenhaaren. Lag es daran, dass die Fahrt 1½ Stunden dauert? Oder lag es am Föhnwind, der die Fensterläden rattern lässt und die Vögel vor meinem Fenster durch die Luft wirbelt? Nein. Obwohl das natürlich legitime Einwände sind. Mein Problem ist aber ein anderes. Letzte Woche hatte ich mich aufgerafft, entgegen des Bauchgefühls, der Kälte und der Zugfahrt. Und dann, als ich dort war, habe ich mich den ganzen Abend unwohl gefühlt. Ich sass da, das Craft Bier in der verschwitzten Hand und fragte mich, wie sehr es auffällt, dass ich da nicht hin gehöre. Das frage ich mich auch in Konzerthäusern, in Museen und manchmal sogar im Theater, obwohl ich selber neun […]

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