Eine schlichte Katze wäre besser gewesen – Über unnötige T-Shirt Drucke

Screen Shot 2017-06-20 at 15.23.38Ja, ich weiss. Es gibt so viele Dinge, über die man sich eher aufregen kann- keine Sorge, ich habe genug Motzkraft und komme auch zu eurem Lieblingsproblem. Aber heute möchte ich mich einem persönlichen Favoriten widmen. Einem Thema, dass schon seit über einem Jahr in meinen Post-Entwürfen sitzt und für welches ich regelmässig Beweismaterial sammle. Es geht um dumme, unnötige, peinliche und manchmal schlichtweg hässliche T-Shirt Drucke. Bevor mir jetzt jemand den metaphorisch ersten Stein um die Ohren hauen will: Ja, auch ich habe T-Shirts, die mit irgendwas bedruckt sind. Ja, es gibt auch verdammt gute T-Shirt Projekte. Ja, darunter waren zumindest in der Vergangenheit auch welche, für die ich mich heute ohrfeigen will (Avril Lavigne Fan-Shirt mit Slipknot Ästhetik? Ohmygawd). Aber über gewisse Exemplare müssen wir jetzt trotzdem mal reden. Das Universum des politisch unkorrekten Druckes ist da zum Glück schon abgedeckt. Bei Prints wie „Grab America By The Pussy“ muss man sich ja auch nicht wundern, warum alle heiss laufen. Und vor allem wenn es die grossen Themen betrifft, kommt die Reaktion ja auch schnell und gewandt.

Aber um solche Themen geht es mir heute -ausnahmsweise- nicht. Sonst könnte ich ja auch den Rest meines Lebens damit verbringen, auf den Websites von Druckereien abzuhängen und den Kundendienst zusammen zuschreien, weil sie mal wieder ein T-Shirt haben, welches mit irgendeiner infantilen Referenz bezüglich Penisgrösse, Manneskraft und Sandwich-Produktion aufwartet. Wie man so schön sagt: You gotta choose your battles. Und ich habe gewählt. Mir geht es um die vermeintlich hübschen Exemplare, die man bei den High-Street Labels findet. Kein Comic Sans und Arial in Primärfarben, sondern stillsichere Fonts auf Pastel und Breton-Streifen. Kommet in meine Welt der Hineinsteigerung in komplett überflüssige Themen und sehet selbst!

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Fangen wir an mit diesem philosophisch unkompliziertem Exemplar meines Lieblingsfeindes Mango. Die Aufschrift hier („Mehr Salate, bitte!“ für alle nicht-Englisch begabten) wird optisch unterstützt von zwei Illustrationen, jeweils eine Tomate und irgend ein grüner Blattsalat. Es fällt sofort auf, dass die zwei Zutaten alles andere als einen Schrei nach mehr Salat auslösen würden. Hätte man sich hier mit einer salatkundigen Person zusammengetan, wäre man auf den Gebrauch von geräuchertem Mandeltofu und jungem Spinat hingewiesen worden. Wie so oft aber, machte man sich diese Mühe nicht und so ist dieses T-Shirt eine chice, tragbare Version jedes Stockphotos, welches Salat essende, glücklich lachende Frauen zeigt. Ähnlich wie bei den vielen T-Shirts, die mit aufgedruckten Outfittipps daherkommen, stellt sich auch hier die moralische Frage, ob man, dieses Kleidungsstück tragend, auch Popcorn, Süsskartoffelecken  oder Bündner Nusstorte essen dürfte? Einen Hinweis darauf liefert das oben verlinkte „Blue Jeans, White Shirt, Messy Hair, Perfect Deal“ T-shirt: das Model selbst trägt eine schwarze Yogaschlaghose. Und ja, ich habe eben das Wort „Yogaschlaghose“ geschrieben. Wir leben in einer surrealen Zeit.

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Auch hier wieder zwei Mango Exemplare, die sich beim Versuch bedeutungsvoll und gleichzeitig locker-flockig-oberflächlich zu sein, irgendwo verirrt haben und jetzt im Sauerland an einem verlassenen Bahnhof stehen und über ihr Leben nachdenken. Oder -oho! mir kam gerade ein Gedanke- es handelt sich hier um den neusten Coup von der Sorte Neonazis, die sich einige Hirnzellen bewahren konnten und die hier mal wieder (man erinnere sich an das leider legale HKNKRZ T-Shirt) das System unterwandern. „Always Right“, kann ja auch immer rechts heissen, ne? Und dass Menschen anscheinend das Recht haben, falsch zu sein, haben wir in den letzten zwölf Monaten Weltpolitik ja auch gemerkt. Bäm! Im Literaturstudium Interpretationen hinkotzen zahlt sich wohl doch endlich aus.

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Wem es bisher zu oberflächlich ist, dem wird hier geholfen. Denn Mango produziert nicht nur Kleidung in einsturzgefährdeten Hochhäusern in Bangladesh, nein! Mango hilft auch kräftig mit beim Grünen Kapitalismus, wie es Slavoj Zizek, der Vater aller Körpersäfte, so gerne nennt. Mango weiss, dass es uns scheiss egal ist, dass die Menschen, die unsere Kleidung herstellen, ins Elend gestürzt werden und das manchmal auch wortwörtlich- an dieser Stelle Bonuspunkte dafür! Mango weiss aber auch, dass wir einmal pro Schaltjahr den Kampf gegen die kognitive Dissonanz verlieren und irgendwas tun möchten, verdammt! Für diese Tage gibt es es das „Take Action“ T-Shirt. Für den Rest reicht „Nobody Cares – And I don’t mind“. Ein schönes Duo.

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Mango bringt es wieder! Ein  T-Shirt, weiss, simpler Schnitt- der Aufdruck: MINIMAL. Dieses Kleidungsstück IST minimalistisch, hat aber ein Wort aufgedruckt, welches ihm wiederum seinen Status als maximal schlichtes Kleidungsstück vereitelt. Oder kann der Schriftzug dem Objekt nichts anhaben? Ceci n’est pas une pipe- mais ce t-shirt est-il quand même minimal? Selten hat mich ein philosophisches Paradoxon so sehr bewegt wie dieses hier, da können Achilles und seine olle Schildkröte gleich mal einpacken. Bei der Recherche bezüglich dieses ausserordentlichen Phänomens ist mir auch dieses Baby Exemplar unter die Nase gekommen. Wer also nicht nur die Logik feiern, sondern auch eine lebensphilosophische Modeerscheinung mit seinem Baby teilen und dabei gleichzeitig hinterfragen möchte (also den Minimalismus jetzt- nicht das Baby!), der kann nun sogar dies bewerkstelligen. What a time to be alive!

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Stellt euch vor, ihr seht jemanden, mit diesem T-Shirt. Stell euch vor, es ist Elvira die süsse Filmstudentin. Ihr wolltet Elvira schon länger um ein Date bitten, aber ihr wisst ja nicht, ob sie lesbisch oder immerhin bi ist. Und dann trägt sie das hier! Sendet sie euch ein Signal? Oder muss das nix heissen, denn heute kann man noch so verkorkste Scheisse auf seinem T-Shirt tragen und muss sich nicht verpflichtet fühlen, sich damit intellektuell zu identifizieren oder gar auseinanderzusetzen. Oder ist das Elviras Art, sich mit ihrem gewalttätigen Ex auseinanderzusetzen, weil wir -in einer immer noch verklemmten Gesellschaft- dazu übergegangen sind, toxische Beziehungen zu verehren und jetzt gibt es einen Haufen junger Frauen, die sich den Hintern verkloppen lassen und dabei „Daddy“ schreien und das aber gar nicht wollen? Und Elvira hat nie gelernt über all das zu sprechen, weil als wenn Tino sie im Kindergarten schlug, alle sagten, dass der Tino die Elvira ja nur gern habe. Oder Elvira findet Tiger einfach geil. Ja. Lektion gelernt: wer das trägt, weil er / sie eine Begeisterung für Tiger hat, verdient weder mich noch die Tiger. Danke Zara, für diese Erkenntnis.

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Ein weiteres, sehr aktuelles und mit Leidenschaft verhasstes Thema darf auch hier nicht fehlen: darf man den Feminismus kapitalistisch gewinnbringend  vermarkten? Ich sage: bitte lasst mich in Ruhe, ich weiss es doch auch nicht, ich meine ja, ich meine nein, ich meine nur, wenn es irgendwie süss ist und nett und waa-! Was soll man da auch sonst sagen? Werbung für tolles, feministisches Projekt: einerseits ja, aber dann ist es nicht fair produziert. Öko-Yogatop, mit allen Zertifikaten: hört sich schon viel besser an, aber die Marke präsentiert Weiblichkeit total essentialistisch (Wir sind alle Mütter und schwingen euch unseren Rosenquarztanhänger um die Ohren, ommmm!). Ja. Ok. Kurz vom Thema abgekommen. Wieder voll da. Also: Liebe Nastygal Menschen, produziert meinetwegen so viele „Feminist“ T-Shirts wie ihr wollt. Aber wenn ihr dann auf derselben Seite ein anderes T-Shirt anbieten, dass wiederum die Gewalt von Mädchen an Jungs verherrlicht, dann habt ihr nicht nur die Botschaft missverstanden, sondern schadet auch noch der ganzen Bewegung. Wegen solchem Scheiss muss ich mich dann mit MRA’s herumschlagen und irgendeinem Horst erklären, wieso ich den Red Pill Film nicht gucke.

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Ich schliesse ab mit einem weiteren Meisterwerk von Mango. Diesmal ist es eine heilige Dreifaltigkeit von einfältigen Print Designs, die ich nie gesehen haben möchte. Aber es ist, wie es ist. Sie sind in meine Schädelwand eingebrannt. „Life is a point of view“, „Too naive to be worried“ und „Stop asking why“. Eigentlich perfekt, oder? Genau das sollte ich mir auch öfter sagen, wenn mir mal wieder die Augäpfel ausbüxen wollen, weil sie zum Beispiel das hier erblickt haben. Einfach naiv herumlaufen. Akzeptieren, dass Arschloch sein, eine Meinung ist. Und im Zweifelsfall: bitte keine Fragen stellen. Ein gutes Konzept für moderne, emanzipierte Frauen.

Und für euch, die mich jetzt kreuzigen wollen, weil eure halbe Garderobe hier zu finden ist: ich zieh mir jetzt das hier an und gehe ins Kino. Ihr wisst schon warum.

 

*die Bildchen sind mit ganz viel Liebe und Hingabe auf Polyvore entstanden

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Gedanken übers Prokrastinieren

deepwoodsDie Prokrastination als Thema ist im Mainstream angekommen. Ja, man könnte sogar sagen, dass sie ziemlich gut verankert ist. Man kann Blogpost um Blogpost darüber lesen, Zeitungen von A bis Z haben darüber berichtet und wenn man nicht lesen mag, kann man ja sogar einem Ted Talk zum Thema lauschen. Das kann dann -sogar!- zu einer neuen Form der Prokrastination werden. Anstatt jetzt das zu tun, was ich eigentlich tun sollte, verschwende ich einen ganzen Tag darauf mich von Prokrastination, zu Konditionierungstheorien zu Pawlowschen Hunden zu Placebos bis hin zu Benjamin Franklin zu klicken. Habt ihr gewusst, dass der Sultan von Konstantinopel Süleyman I gelernter Goldschmied war? Interessant. Was mich aber wirklich gurkt ist, dass ich auch da prokrastiniere, wo ich eigentlich nicht will (beziehungsweise wollen sollte). Nämlich bei Dingen, die mir eigentlich total Spass machen. Also bei meinen Hobbies. Es passiert mir also, dass ich Lust hätte zu schreiben, fotografieren, kochen oder etwas Yoga zu machen, und stattdessen verbringe ich dann einen ganzen Nachmittag damit, eine Haarklammer zu suchen, die mir vor fünf Jahren vielleicht hinter’s Bett gerutscht ist. Und dass gehört wahrscheinlich noch zu meinen besseren Momenten, weil ich dann immerhin hinterm Bett gestaubsaugt habe. Lose -Win, was?! Mit der Fotografie nimmt das Ganze dann auch mal perverse Ausmasse an. Ich bitte andere Leute mich für den Blog zu fotografieren und poste es dann nie. Oder ich schiesse 500 Ferienbilder, die ich dann nie oder extrem spät mit meinen Mitreisenden teile. Hochzeitsfotos hab ich auch schon verprokrastiniert, vor mir ist da nix sicher! Und darum jetzt, hier, fast sofort ein paar Bilder die letzten Samstag spontan im Wald entstanden sind, als ich dabei war für einen Freund Plakate aufzuhängen (rechtzeitig!) und mich dann noch zu einem Spaziergang entschloss. Das ist also erst zwei Tage her. Das nenn ich jetzt mal Fortschritt und lass es dabei bleiben, bevor mir diese ganze prokrastinationsfreie Lebenslust noch zu Kopf steigt.

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jumpsuit: thought /// jeans jacke: mango (alt) /// schuhe: veja

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Wieso Ich gestern an den Women’s March in Zürich ging

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Schlaue Gründe, um am Women’s March in Zürich teilzunehmen, gab es viele. Am Ende des Protests wurden viele dieser Gründe auch von den Rednerinnen angesprochen: die Rettung der AHV durch die Erhöhung des Rentenalters für Frauen, der klaffende Pay Gap und und und. Darüber möchte ich hier aber nicht schreiben. Zum Teil, weil es Leute gibt, die einfach besser informiert sind, zum Teil jedoch, weil vieles mich im Hier und Jetzt gar nicht betrifft. Mit Mitte zwanzig und als Studentin scheint das Rentenalter in schier unendlicher Ferne und bei meinen vereinzelten Ferienjobs spüre ich auch noch nicht viel von der Lohnungleichheit. Klar, das alles kommt auf mich zu -und wahrscheinlich schneller, als ich jetzt denke. Und natürlich möchte ich mich jetzt schon solidarisieren mit Frauen, die arbeiten, und Frauen, die schon um ihre Rente fürchten. Was aber sind die Gründe, die emotional schwer wiegen?  Was bewegt Frauen in meinem Alter, und die bezüglich Privilegien eher im Mittelfeld spielen, auf die Strasse zu gehen?

Mein Alltag ist seit fünf Jahren die Universität, das Studentenleben mein Erfahrungsrahmen. Es ist also ein relativ privilegiertes Leben. Seit ich angefangen habe zu studieren, war ich an drei verschiedenen Schweizer Hochschulen und arbeitete kurz selbst für eine vierte Institution. An jeder dieser Hochschulen kam ich mit Sexismus in Berührung. Sei es durch abschätzige Bemerkungen von Dozierenden, sei es durch sexuelle Belästigung ausgehend von Komiliton*innen oder durch vielfältige Mikroaggressionen. Davon abgesehen gibt es natürlich auch an den ach so progressiven, liberalen Unis die üblichen Verdächtigen: Podiumsdiskussionen mit nur männlichen Teilnehmern (oder welche über Migration, ohne Migranten), die Tendenz, dass sich der Frauenanteil gen oben auf der Karriereleiter stetig ausdünnt und inkompetente Meldestellen, die zur Tabuisierung all dessen beitragen. Dazu kommt, dass es dem Klischee entsprechend viele Personen gibt, die sich furchtbar elitär verhalten. Du warst noch nie in Paris?! Liegt daran, dass du nicht wolltest. Deine Eltern sind mit dir nicht ins Tinguely-Museum?! Was habt ihr den dann so gemacht an den Wochenenden?  Zu Sexismus und Elitarismus gesellen sich dann noch subtiler Rassismus, fehlende Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen und eine oftmals apolitische Haltung, die es ziemlich schwierig macht, irgendwas zu verändern. Tatsächlich ist seit Trumps Wahl etwas Schwung in die Bude gekommen, aber ob sich echte Veränderungen anbahnen oder ob es nur oberflächliche Empörung ist, wird sich noch zeigen. Meine Versuche selber was zu reissen, sind bisher im Dickicht der Bürokratie verschwunden. In der Zwischenzeit wird demonstriert- so wie gestern.

Aber das Uni Leben ist nicht der einzige Kriegsschauplatz. Tatsache ist: ich bin seit vier Jahren bewusst nicht mehr zur Gynäkologin. Die knapp drei Jahre meines Lebens, in denen ich zu Jahreskontrollen ging und Termine machte, um mir die Pille verschreiben zu lassen, waren für mich der blanke Horror. Trotz erheblicher gesundheitlicher Beschwerden wurde immerzu darauf gepocht, dass ich weitere hormonelle Präparate ausprobiere. Obwohl ich mitunter drei und einmal sogar fünf Monate lang täglich Schmierblutungen hatte und stark zunahm. Die Befragungen zu meinem Intimleben waren so harsch, dass ich mich zeitweise gedemütigt fühlte. Für die Jahresuntersuchung sollte ich mich, aus Zeitgründen, gleich ganz ausziehen und auch während der gesamten Behandlung so bleiben. Da war nix mit „unten frei machen“. Und damit man vom Versuchskaninchen auch voll profitieren konnte, durfte während der vaginalen Untersuchung auch noch eine weitere Auszubildende dazu kommen. Dass der Behandlungsstuhl genau vor der Türe stand und dass dort Menschen hin und her liefen, war egal. An dieser Stelle ein freundliches Hallo! an alle die mich in aller Pracht bestaunen durften. Nachdem ich ein drittes Mal den stabförmigen Schallkopf von einer jungen Dame eingeführt bekam, die sich alle paar Sekunden fragend umdrehte, weil sie nicht wirklich zu wissen schien, was sie da tat, war für mich Schluss. Klar, die jungen Ärzt*innen müssen auch irgendwo Erfahrungen sammeln, aber musste es immer Ich sein? Auch nachdem ich bat, die Untersuchung nur mit mir bekannten Gesichtern durchzuführen? Eigentlich hätte mir der Kragen platzen sollen, als der Verdacht auf Endometriose aufkam. Da fragte ich nämlich, was nun zu tun sei. Die Antwort kam prompt: „Eine Operation, um die Diagnose zu bestätigen, lohnt sich erst, wenn Sie dann Kinder möchten.“ Ich war damals 17 Jahre alt. Heute hätte ich vielleicht die Reife mich zu verteidigen und solche Dinge nicht einfach hinzunehmen, aber mir stellen sich die Haare auf, wenn ich nur daran denke, dass ich wieder zur Gynäkologin soll. Auch deswegen, und im Namen aller jungen Frauen, die wie ich mit hochrotem Kopf stumm da sassen, zog ich gestern durch Zürichs Strassen.

Ich bin eine weisse Frau. Aber so richtig weiss geworden bin ich erst, als ich das erste Mal von daheim auszog. Im Herbst 2012 fand ich ein WG-Zimmer in Schwamendingen. Kurz darauf beschlich mich das Gefühl, komplett unscheinbar zu sein. Anfangs dachte ich, dass das daran liegen müsste, dass ich als Teenager eine Vorliebe für auffällige Kleidung gehabt hatte, die sich langsam verflüchtigte. Ich trug seit langem wieder regelmässig Jeans und die fielen natürlich weniger auf, als weit schwingende Röcke. Aber daran lag es nicht, wie erneute Bekleidungsexperimente erwiesen.  Als ich dann anfing mich für strukturellen Rassismus zu interessieren, dämmerte es mir dann langsam. Und als ich letzten Herbst wieder zu meinen Eltern auf’s Land zog, war es plötzlich offensichtlich. Es gibt bei uns im Supermarkt an der Kasse eine Frau, die mich nie anlächelt, so sehr ich mir auch Mühe gebe alles schön auf’s Band zu legen und selber topmotiviert reinzublicken. Sie strahlt den ganzen Tag pure Freude aus, bis ich an der Reihe bin- dann schaut sie drein, als ob ich ihr gerade meine gebrauchten Sportsocken angeschmissen hätte. Irgendwann fiel mir auch, dass es nicht nur ich bin. Bei meiner Mama gibt es dieselbe Reaktion, bei der Flüchtlingsfamilie aus Pakistan auch. Die Frau hat nichts gegen mich persönlich, sie hat was gegen „nid hiäsigi“, sie hat was gegen Ausländer. Diese Erfahrungen mache ich, seit ich denken kann. Seltsame Blicke, noch seltsamere Konversationen über „wo du wirkli här chunsch“. Leute, die überrascht sind, dass ich Deutsch spreche. Die subtilen Unterschiede im Verhalten meiner Lehrer zwischen mir und anderen. So richtig einordnen konnte ich all das aber erst, als ich die Absenz dessen spürte. Die offensichtlichen Formen von Rassismus und Fremdenhass in der Schweiz waren mir immer bewusst. Wie soll man es auch sonst verstehen, wenn einem „Jugo“ zugerufen wird. Aber wie verbreitet und schädlich Mikroaggressionen sind, habe ich nur spät begriffen. Bei mir im Dorf gab es vor der Flüchtlingskrise gerade mal eine Hand voll People of Color und in diesem Kontext war ich als Kind von Migranten total auffällig. Als ich weg zog, profitierte ich dann aber plötzlich davon, wie veränderbar das Konzept von „Whiteness“ ist. Für diejenigen, die das nicht können, will ich mich aber einsetzen. Zum Beispiel an einer Demo.

Schlaue Gründe, um am Women’s March in Zürich teilzunehmen, gibt es also viele. Einige sind offensichtlicher als andere. Einige sind sehr populär und es stellen sich viele Menschen hinter sie. Aber in persönlichen Schicksalen verstecken sich oft noch subtilere Nuancen von dem, was wir schon zu wissen glauben. Dinge, die gerne nicht so schlimm sind. Einen Schlag ins Gesicht werden viele sofort verurteilen, aber wenn man in den Bauch gekniffen wird, soll man bitte nicht gleich anfangen zu weinen. Auch wenn es jahrelang jeden Tag passiert, von zehn Händen gleichzeitig. Ich bin gestern in Zürich an den Women’s March, weil mir die grossen Themen zwar wichtig sind, ich mir aber auch erhoffe, dass man sich für intersektionale Themen mehr öffnet. Ich bin marschiert, weil die ständigen Bauchzwicker ihre Narben hinterlassen haben und wir viel zu selten von ihnen sprechen. Ich bin hin, weil ich mich mit anderen Menschen konfrontieren wollte, für die ich vielleicht auch ein Bauchzwicker oder gar Schläger bin. Dass man an eine Demo geht, weil man eine Meinung hat, ist klar. Man sollte aber auch hingehen, weil es was zu lernen gibt.

 

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Mensez – Man says what?!

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Just the other day I was scolding myself for not reading enough Trump-unrelated news. While I was clearly inhabiting a filter bubble until last November, I am now inhabiting a bubble in which everyone desperately tries to keep track of the orange man and his adventures. Yet once in a while other white cis hetero men poke the bubble, demanding some attention for themselves and once in a blue moon their cause is so stupid, that I would somewhat prefer to just stay with The Donald and his fuckery. Today is one of those days and Daniel Dopps is the man. To make a (hopefully) short story even shorter: Dopps developed a lipstick with which women should glue their labia minora shut during menstruation. This, so Dopps, is a positive thing (in case you were wondering whether I hang out too much on SM blogs), because it would mean that menstruating people (my words obviously) would not need „diapers and plugs“ anymore (his words obviously). Now I wish, I were more articulate on this than I am. However fact is, that I am utterly lost for words. I am not sure how anyone with a functioning understanding of female anatomy could have gotten to the conclusion that a.) glueing skin shut = sorta like using tampons b.) having to use a lipstickish-thingy to do this on yourself would be more practical, comfortable or faster than tampons, cups or pads (especially WHILE you are on your period) c.) this could be effective enough without being dangerous for various reasons I do not want to explore mentally. In many ways I have nothing to add to the excellent article by Kavin Senapathy for Forbes Magazine. What I do have to say however is that, it is astonishing how confidently men tell women what to do with their bodies and also how to do it. I would claim that I am fairly well informed about male anatomy, yet time and time again I find myself not understanding aspects of life with a penis. Why do certain movements hurt while others do not? How do men survive wearing boxer shorts made out of stiff cotton? What is life like when you don’t have a whole between your legs, but instead a miniature sized elephant trunk which evolution sort of stapled to your groin? I think, if I were to design one of those willy-protectors that ice hockey players need, I would sit down with some friendly men and ask them about their balls. Unlike Mister Dopps, who sounds like he only every spoke with women  about their cycle and genitals using dumbo euphemisms. So how ya doing when the red flag’s up?  But hey, I don’t know about you, but my new year’s resolution was to focus a bit more on the positive side of people and so I am sure he meant totally well. He might be one of those men who just care about women and want their best. He could be the white version of Arunachalam Muruganantham, the man from southern India who spent years creating sanitary pads for his wife, even testing his creation on himself. In the spirit of that I would like to make Mister Dopps a suggestion: A Gentleman lipstick© that glues upper lip to lower lip for that time of the month, when men have stupid ideas about women. And if he can engineer the lipstick in a way in which only urine dissolves it, I might be able to reconcile this story with my daily dose of Trump gossip.

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How To Do a Lot in Four Days Without Dying: A Barcelona Itinerary

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Ok. So as you might have noticed I always have an existential dread about writing blog posts at all. I constantly ask myself, why anything I want to write is relevant and -maybe more realistically speaking- who the fuck is gonna read this anyway? So much so that this post has been pending for almost a year. Yes. It’s January 2017 now. But here we go. I was in Barcelona last February with my two uncles and my boyfriend (because why not?) and it was a trip I had planned meticulously, so I had wanted to share it. Now I know, I am not presenting you some little unknown village somewhere in Moldova, but a city that attracts about 7 million visitors per year- which is making the place sometimes unbearable for its 1.7 million inhabitants. Barcelona as a tourist hot spot has seen it all. From naked Italians roaming the streets to housing insecurity because of Airbnb flats. There is even a documentary about the issues this city has with its tourists. Seeing all of this put me off at first- do I really wanna go on a weekend trip to Barcelona and contribute to this? The way I managed to square with my conscience was to go in February, one of the months with the least amount of tourists. I also decided not to turn into a drunk, naked, Italian man for the time of my stay and to generally try to be as un-touristy as possible (more on that on another time maybe?).

As to what to do in Barcelona- I don’t think anyone needs another list, but in case you really wouldn’t know you can look at these lists right here. Or type Barcelona into Pinterest and get sucked into the vortex of travel photos with ridiculously increased color saturation. Once you get sufficiently dizzy from that, the question is only how much you will manage to do within your time there. And that is what this post is for: I have a 4-Day-Itinerary of what we managed to do, which is indeed something I would have liked to see before going. Because sometimes you look up all this great stuff you want to do, but once you are at your dream destination nothing goes as planned. You realize that you completely misjudged the distances, the time you need to stay in queues, you missed that one train because how the fuck do foreign ticket machines work? and mostly, visiting stuff is usually more tiring than you expect- especially since you’re supposed to be on holidays and, you know, relax a bit.

So here is how to do a lot in Barcelona on an extended weekend without dying:

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T H U R S D A Y – arrive, chill and get a first taste of the city

  • Arrive ideally before noon in Barcelona. Morning flights are more expensive so if you’re on a budget, make sure to reserve your flight about three months in advance. Unfortunately there is no night train anymore from Switzerland but if you can afford to take off one more day, there are some attractive trains, especially TGV trains through France. We took the 7.10AM flight from Zurich, arriving at 9AM in Barcelona El Prat for 71 CHF.
  • If you want to follow this itinerary it is worth to get a Barcelona Card (4 Days for 55 Euros). Which you can buy online and then pick up at the Airport in Barcelona. Many free attractions and of course the free use of the public transport are included!
  • The first thing to do is to drop your luggage at your hostel / hotel / flat. I did actually book an Airbnb for this stay (shame!), since I wanted to stay in a less touristy area and preferred to go out for breakfast. We stayed in Sants neighborhood because it has good connections to the city center, while also being quiet at night.
  • Arriving at „your“ place you might realize that you’re already tired (damn it), so better put on your walking shoes immediately and go out exploring (before you take a nap by accident and screw your whole day). What we first did, was to go to Camp Nou– the infamous football stadium of FC Barcelona. It’s a good rainy day activity, as the stadium is covered and the museum is indoors.
  • Take the next Metro, either from Placa del Centre to La Rambla or the R1 train back from Sants to Catalunya and just take a stroll through the streets.
  • You might wonder at this point why I haven’t said anything about food yet, so here is a Pro Tipp: instead of immediately sitting down at the next restaurant, you can grab small things on the go from markets and bakeries almost everywhere. We had some fruit from the (super) markets in Carrer del Vallespir, some pastries from an Espresso Bar at Placa del Centre and then once on La Rambla stocked up on Nuts, Smoothies and local specialties from the Mercado de la Boqueria.
  • My uncles then used the BCN card for the Jamon Experience (tolerate your omnivore companions, people!) while I bought myself a bottle of wine and simply enjoyed watching people on La Rambla. This too is a Pro-Tipp: if your family, friends, partner, random-person-who-got-stuck-to-you-on-the-journey wants to do something you dislike, then you either clench your buttocks and go along or you take the time for some dignified people-watching. Plus points if you make up life stories for strangers.
  • Our dinner location for this evening was Teresa Carles, which even the two meat-eaters enjoyed (more on food later).
  • End your day with a stroll to the port and breathe in the crisp, salty air. If you are a normal 20-something you might find that there are plenty of clubs, bars and lounges at Port Vell and Port Olympic. If you are me however, you could take a walk on Barceloneta beach at night and then head back early in order to induce yourself into a food coma with whatever you picked up from the market.

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F R I D A Y – all about that architecture, also: too many meals.

  • After having had breakfast, which consisted of more market goods, we set out- to have second breakfast! And our first  Catalan modernist piece of architecture: Casa Comalat. In order to combine the two: get off at Diagonal, walk up Passeig de Gràcia to Onna Café and see the building on your way back down.
  • Number two on the architecture list and the first Gaudi is the Sagrada Familia. Take the Metro from Verdaguer (or back from Diagonal) directly to the stop with the same name. As for all the Gaudi Tickets: buy that shit online (the night before if you visit in February- a month before if you come in August) and spare yourself from standing in a queue- or ten.
  • Because you will probably just have spent two hours sitting on a chair and staring at the ceiling with your mouth open, a little walk might do you good. Walk to the Arc de Triomf and photograph the shit out of those palm trees.
  • Before we stuffed ourselves at lunch we made sure to walk around in El Born and Gòtic, where there might be a festival, mind blowing mural or an entirely new world behind every corner. The arguably most beautiful facade of Barcelona can be found here as well, in Carrer de l’Allada-Vermell.
  • I had my lunch on Plaça de George Orwell at Gopalwhere I basically smeared a burger all over myself.
  • After our digestion walk to Plaça Reial we took the Metro to Passeig the Gràcia, took a good look (=500 photos) at Casa Batlló and then went on to visit Casa Milà. If you want to do both, you can. However I preferred to only do one, but really take my time. Despite this I didn’t have nearly enough time in the museum because we walked in circles on the roof for about two hours- as you do.
  • We finished our evening the same way we did on Thursday, which is another Pro Tipp: don’t be afraid to do something twice or come eating at the same place, just because you are afraid of missing out somewhere else.
  • Except we then had a second dinner which was composed of three trips to fast food restaurants and supermarkets in our street. I’ll spare you the details.

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S A T U R D A Y – Barcelona from above and back to sea level.

  • You know the drill: eat for breakfast whatever you can find (today: unidentified pastry) and get going!
  • We got to Plaça Espanya and walked all the way up to Palau Nacional, but we didn’t stop at the museums but transformed our walk into a veritable hike around the Estadi Olílmpic and Jardí Botànic until we were rewarded with an incredible view of the port and later of the city at Castell the Montjuïc. If you prefer less walking and more seeing: many of the attractions on Montjuïc are free with the BCN Card.
  • For more sights from above we took the Transbordador Aeri del Port, which is frankly quite expensive but the views (to me) were worth it. Tipp: Only take it one way and make it the way down, since the queues on top are significantly shorter (or in our case: non existant).
  • Restaurant hopping on Barceloneta is a special treat. Our first course were burgers at Bacoa, dessert was ice cream from La Heladería Mexicana (spicy dark chocolate?!), followed by several pit stops along the beach for drinks.
  • Now I know this is sort of lame but we also went shopping this afternoon, especially since there is no Muji near me.

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S U N D A Y – a last Gaudi & taking it easy

  • A big mistake with city trips is trying to squeeze in as much as possible and especially so on the last day. This is also the ultimate way to come back extremely stressed and tired. So instead of scheduling five museum visits for your last day, pick out one, big attraction where you can spend little or much time and stick with it. We choose Park Guell– and it was perfect!
  • If you haven’t done this already: go and eat in your favorite spot on your last day. You won’t have tried everything they have by now anyways and it’s nicer to play on the safe side. We went to Teresa Carles again and it was delicious!
  • On your last day, make sure to take some unexpected walks, like getting off a metro stop early.
  • Last but not least: make sure you leave early to get to the airport. There is nothing worse than finally having reached a relaxed state and then having to sweat blood to make it onto your flight.

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Trump: „I’m going to build a wall“ – you already did.

I almost feel sorry for writing this because I myself am completely saturated with news about Trump. And I don’t even live in the states. Yet for the past year, reading things about the US election has become as essential to my daily routine as brushing my teeth. Everyday a new scandal, a new hilariously tragic misstep, a new reason for extensive eye rolling. I don’t think, I can ever use the word tremendous again without cringing. Meanwhile we all surely missed out on politics being made in the shadows of this freak show. There have been two major Romanian elections this year and I, as a Romanian living in Switzerland, can’t tell you a single thing about them. But I sure remember five different jokes Lindsay Graham made about his own party.

As the polls are pointing more and more to Hilary Clinton winning in a landslide, people like me seem to be unclenching. The ridicule which we felt, before we had to take Trump seriously is slowly coming back. Trump is once again returning to the realm of entertainment. He can be grouped once again with Kim Kardashian or Paris Hilton or some other human we feed on in order to sustain our own egos. They make us feel a bit better and whole lot smarter. They also help us coping with the fact that we’re not rich and famous. But as much as seeing them as stupid feels good, I don’t think either Kim nor Paris actually are. I don’t think you can build a multimillion dollar business on stupidity alone. Or become the Republican nominee for president of the United States of America. Trump tells lies left and right and his proposed policies qualify merely as superficial opinions. But there is nothing he can’t talk about. While third party nominee Gary Johnson struggles with naming a foreign leader, Trump always seems to manage to talk his way around things. His confidence is never faltering. In any case: how he says things seems to be far more important than what he says. Several philosophers/sociologists/people who like to make headlines thus already declared that we live in a post-factual age and they might be just right. But post-factual doesn’t necessarily mean that we are in an age of lies. We rather live in a world in which the emotional evaluation of the individual is put before the traditional scientifically verified concept of truth.

As random and unprepared as Trump’s ramblings might seem, his predictions about his followers so far have been right. Back in January he said at a rally in Iowa: “I could stand in the middle of Fifth Avenue and shoot somebody and I wouldn’t lose any voters.” This statement sounded insane back then. But seeing the reactions of his voters to the “Grab ‚em by the pussy” video seems to prove just that. He does have a core group of followers who are not deterred by anything he says. Those people seem to have made up their mind about voting for Trump from the very beginning. But the reason why new information about Trump cannot change their minds is not their lack of intelligence, but the fact that they don’t seem to care about Trump himself all that much. What those people had waited for was not Trump, but someone like Trump: someone who is blunt and flawed and deeply human. They don’t identify with Trump the billionaire and celebrity, but with someone who is doing okay despite being fucked up. The broken white families from the south identify with a man who’s children seem alright despite their father’s many divorces. The picture perfect Obama’s might have been a pleasant break from other, scandal-stricken first families, but they offer few possibilities for identification. The inhabitants of the remote Appalachians want to see themselves in their president as much as the intellectual elite who graduated from Ivy League colleges. And yet those are two different sets of humans. Yes, an University education changes you. To those who did not get one, the people with a degree often seem unapproachable and removed from the daily life of the working class. Don’t get me wrong- of course there are people “who haven’t forgotten where they came from” and who can adapt to those around them. But Trump’s success clearly shows that this rift is real and that people do notice it. More than that: it seems to be unbearable to those at the presumed bottom. And so they flock to a man with the vocabulary of a 6th grader.

Unlike people like me, who would never admit it, but do see themselves as intellectually superior, Trump must have known this a while ago. And he used those people and their fears and their insecurities and the desperation that usually comes with poverty for his agenda. As much as I disagree with The Donald, this is the one thing he managed to do better than all of his opponents: he understood the white, impoverished working class. Clinton calling them “basket of deplorables” is symptomatic for how little we all understand this demographic. And also for how little we care to.

But like Paris and Kim, Donald isn’t a genius either. Truth be told, at this point I am not entirely sure what his goals are. Does he really want to become the next president? Or is this an elaborate scheme to sell steaks and whatever else he has his name printed on? Maybe that is for history to decide. What I do believe however is, that he does not have control over the atmosphere he created. Having had someone with authority go as far, as Trump did, has unleashed all the ugly thoughts that used to swarm the back of people’s heads. This can be seen not only in the States but in Europe too, where the Right Wing rhetoric has been taken as permission to voice one’s opinions unrestrained of political correctness- a term which has gotten an un-mistakebly bad connotation.

Trump might very well be defeated next Tuesday, but the wall he promised has already been conjured up by his words. While we all hoped for it to never materialize physically, it has been built up in people’s minds. The bricks for its construction have steadily been provided. Some by far right parties across the globe. Some were given by people who normally would have been unwilling to, but didn’t care enough to prevent it from happening. The only thing missing was a diligent worker, who would put all that material to good use. And in Donald Trump the world has truly found a master craftsman. Trump might very well be defeated next Tuesday, the question is, whether his wall can be defeated too.

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Gestern noch.

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Erst Gestern noch im Parc de l’hermitage gelegen und von Spatzen, Blüten und Balkongeländern zum Lesen gezwungen worden. Erst vor einigen Tagen, sagt das Gefühl, hast du Angst und Blut geschwitzt, um deinen Bachelor zu beenden. Ja. Und ich dachte, das schaffe ich nie rechtzeitig. Und falls doch, dann wird der ganze Schwachsinn nicht rechtzeitig korrigiert. Das Gefühl nickt. Die Bestätigung kam dann einen Tag, bevor ich meinen Master in einer anderen Stadt anfing. Zum Glück. Das Gefühl schaut fragend. Ja, das war dann einige Wochen lang meine Geschichte. Also das kurze Anekdötchen, welches man Fremden hinwirft, wenn man eigentlich nichts zu sagen hat. Hach ja, das war ein Stress! Gestern die Bachelor Bestätigung und heute schon den Master anfangen! Aber eigentlich hat genau dies, die Flicken zusammen gehalten. Weil du keine Zeit zum Nachdenken hattest, sagt das Gefühl. Ich nicke. So ist es. Und Gestern ist jetzt einen Monat her. Mal wieder betrogen von der Zeit, denke ich. Oder von dir selbst, weil du diese nicht genutzt hast. Ich hebe die Augenbrauen, aber das Gefühl weiss, dass es recht hat. Und jetzt, da du dich an den Stress gewöhnt hast, schaltet die Zeit einen Gang runter und das Hamsterrad im Kopf wird wieder in Betrieb genommen. Wir nicken. So ist es. In meinem Kopf sieht es schlimmer aus, als im Keller meiner Eltern. Im Keller stehen die Objekte der letzten vier Jahre in Kisten verpackt. Teilweise auch in Tüten. Aber man kann noch so knapp hin und her laufen. In meinem Kopf sind die Gedanken der letzten vier Jahre quer über den Boden des Alltags verstreut. Einige hängen von der Decke. Andere sitzen zwischen Erinnerungen und Schädelwand in den Lücken. Was für ein Saustall, sagt das Gefühl. Ich nicke. Es wird Zeit, dass ich aufräume. Es wird vor allem Zeit, dass du ausmistest, sagt das Gefühl. So ist es. Die kleinen Kisten zuerst, ja?

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defending spaces

self

On tuesday the gentrifying hipsters*  in my neighborhood showed the movie Koyaanisqatsi down on the square under our building. Coming back home from a reading session in the park, I heard the music and decided to go have look at their little festival. I sat down on a bench, a bit off from the small crowd and watched the film by myself. At some point a man and a woman, who had just arrived, recognized each other next to the food truck. As they were greeting each other, all excited, they moved away from the truck and the audience. They stopped about 30cm in front of me. My sandals even touched his sneakers for a second. Looming over me, completely obscuring my view they started chatting. I couldn’t believe it. We almost touched, her dress would flutter against me if there were the slightest bit of wind, yet they seemed utterly oblivious of my presence.

This is not the first time something like this happened to me

And while I might be wrong on this for many reasons (the present is not a good judge), I feel like this phenomenon is especially poignant in Lausanne. Nowhere else have I bumped against so many people on the street. Everyone seems to refuse to budge even a centimeter out of what they perceive to be their lane.  In the shops you will wait in vain, if you hope that the person next to you will step aside anytime soon to let you browse among the things between you. I cannot count how many times I stood still for five minutes in front of a rack, because the lady next to me laid a blouse over a section in order to examine it more closely. Elbows out, straddle-legged like your stereotypical 20-something guy, they will stare at the item of their choice as if the world stopped right there with them. How many times did I need to literally fight my way out of the metro, because the people wanting to get in would stand in front of the door like a stubborn flock of llamas.

No other city requires me to do so many breathing exercises on a  daily basis as Lausanne. And you know, each time I hope myself that it’s just the routine, that it is there in other places too and that if I leave for a while, I just might see everything differently upon my return. But then I do take a vacation, a weekend in Belgium, one week in Scotland, three weeks in Eastern Europe or a month at my parents- it really doesn’t matter how long I am gone. I can count on getting hit in the shoulder the second I step off the train in Lausanne. No matter how happily I skip onto that platform; the assholes are ready. How they do it? It’s beyond me.

When we were in Edinburgh in March a bookstore owner talked to us for the longest time. He switched casually from topic to topic, somewhat intimidating us with his knowledge. At one point he fluffed up when we got to talk about the people we crossed in the city. „People nowadays don’t have self-awareness anymore“, he said with a look out the shop window. And that explanation stayed with me. They (and more and more: me, too) lack self-awareness. Somehow humans are capable of forgetting where the borders of their private space are. And more importantly they forget that, what they protect with so much aggressive pride, is something that everyone has and values for themselves.

Because, yes, I do understand everyone who tries to defend their little space on the bus and being able to relax on their seat and the spot before the spice rack in the supermarket. I really do. I am the queen of spreading all my things on the seat next to me, hoping that it will prevent anyone from wanting to sit down there. (And for the record I do make space if someone decides they want to join my miserable face.) But what I don’t understand is how other people won’t think one step ahead and realize that maybe (just maybe) everyone else would like to have the same thing. Everyone wants the goodies for themselves, but your damn freedom to have those ends, when you cross mine.

I’m tired of this. Today I went out to ask my neighbor not to talk on the phone in the stairway, because I could hear every word through the paper thin walls and the good-for-nothing door. She seemed already agitated on the phone but when she turned to me, you would have thought she wanted to shoot me right there. Long story short she finished by telling me to shut my mouth. I ended up being just as nice to her and we went our ways, loudly ranting about each other. I wasn’t nice on the Tuesday I started with either. With all the irritation my 160cm could muster up, I loudly asked the pair standing in front of me, if they couldn’t have chosen a different place for their conversation. They laughed nervously in much too exaggerated shock, started making apologies, the woman even reached out to pat my shoulder before she took a better look at my face. In any case: they jumped out of the way immediately.

Yet somehow I felt more miserable than after my encounter with my screeching neighbor. Their reaction was all polite, yes. But in a way I find it worse because they had actually been so close to me without seeing me, feeling my presence- quite literally, too. I can’t really believe they didn’t see me. The Portuguese lady on the stairs was at least honest: she knew fully well what she was doing, she just very openly didn’t give a fuck. She doesn’t have much going for herself, but at least her assholery has integrity.

That’s something to build upon, even if it’s kinda the argument Trump supporters would give you for their choice of candidate. But at least that way I could call her connasse and get away with it. Sometimes it’s the small things that make you happy.

 

 

*if anyone wants to complain about me saying that: please explain to me why my flat cost 450.- over market value when we moved in, without the previous renter having contested the price (we did contest it in the end).

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Week 22

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Ich schlittere gerade von einer Horrorwoche zur nächsten und komme mit all den Dingen, die ich mir so vornehme, kaum noch nach. Da ist mir auch erst heute Abend der Wochenrückblick eingefallen. Was? Schon wieder eine Woche vorbei? Es ist Montag? Huch! 

Aber gut, lieber kurz und knackig als inexistent, gället Sie?

Ich denke das Ding der letzten Woche ist wohl der Gotthard. Wer in der Schweiz lebt, durfte (musste) so viel über die Röhre und Leuthards Kleid lesen, dass einem der Drang aufkommt, das Ding wieder zuzuschütten (beziehungsweise die Löcher zu stopfen ehem). Von Schweizer Medien, die über die Berichte über den Gotthard in ausländischen Medien berichten (Gotthardception), über Memes und interaktiven Spielen zum Thema war alles dabei. Ja, klar: es ist ein Jahrhundertbauwerk. Anno dazumal hatten wir unseren Physiklehrer dazu überredet während der Stunde im Livestream den Durchbruch anzuschauen. Aber jetzt wäre es doch schön, wenn wir den Tunnel mal ein bisschen Tunnel sein lassen könnten und uns anderen Dingen zuwenden.

Zum Beispiel zu einem anderen Thema, dass sich schon länger an der Spitze der Nachrichten hält, diese Position aber zu Recht belegt: Die Flüchtlingskrise. Letzte Woche hat Sebastian Kurz, Aussenminister Österreichs, für Aufsehen gesorgt. Er sieht Australien und seine Vorgehensweise als Vorbild bezüglich der Krise. Obwohl diese von Amnesty International schon länger genau dafür kritisiert werden.

Derweil wird die Sandkastenschlacht zwischen Deutschland und der Türkei immer komplizierter. Nach der Armenien Resolution Deutschlands, durch die der Völkermord an den Armeniern offiziell anerkannt wird, ist die Kacke am dampfen. Und es scheint nicht besser zu werden. Wer sich mittlerweile nicht mehr sicher ist, wie wir so weit gekommen sind, hier das Rezept: Man nehme ein Lied, eine gute Portion Böhmermann, drumherum einen Deal und eine Prise schlechtes Timing.

Und dabei hätte Deutschland ja genug zu tun mit den Überschwemmungen.

Nicht sehr stark in die Breite geschaut letzte Woche, aber ich belasse es mal dabei. Falls ihr findet, dass ich etwas super wichtiges vergessen habe (und das habe ich bestimmt), dann lasst es mich doch wissen (am besten mit einem kleinen Link zu Artikel / Video)! À toute!

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Jackenwetter?

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Meine Familienmitglieder, die noch aktiv in der Landwirtschaft tätig sind, sehen die Folgen ja so ziemlich überall und tagtäglich. Mehr Düren, heftigere Unwetter und Erde, die verbrannt aussieht, vom Einsatz der ganzen Herbizide und Pestizide und was einem sonst noch so einfällt. Anno dazumal hätte man das Wetter immer gut voraussagen können, aber jetzt sitzen die älteren Menschen bei meinem Onkel im Dorf oft ratlos vor der Hofpforte und wundern sich, wie es so weit kommen konnte.

Wenn man in einer Stadt lebt, fällt das alles weniger auf (ausser natürlich letzten Sommer, als ich mit meinen Katzen zusammen, jämmerlich zusammengekrümmt auf den Fliessen etwas Abkühlung suchte). Aber es gibt da doch eine Sache, die sich in den letzten Jahren sehr verändert hat: Es gibt kein Jackenwetter mehr. Ich, als Liebhaberin von Jacken und Mänteln, freue mich immer über verschiedene Wetterbedingungen und wechsle dann fröhlich von Parka, zu Wollmantel, zu Regenjacke und wieder zurück. Mir fällt aber auf, dass ich in den letzten Jahren immer wieder fast gänzlich ohne Übergang von Wintermantel zu „ich pack mir noch einen Cardigan in die Tasche, falls es abkühlt“ gegangen bin.

Auch dieses Jahr, habe ich das Gefühl, dass wir von Zähneklappern und rauen Hände direkt zum Marathonschwitzen übergegangen sind. Vor einem Monat musste ich morgens noch regelmässig einen leichten Mantel anziehen, weil es so kalt war und jetzt ist es in Jeans und Bluse ab 10 Uhr kaum mehr auszuhalten. Die Bilder hier entstanden vor etwa drei Wochen und schon da habe ich die Jeansjacke mehr aus Liebe zu ihren sechs Taschen getragen, als dass ich sie zum warm halten gebraucht hätte.

Wer weiss, vielleicht liegt hier der Schlüssel zum Klimaschutz:  wir müssen die Modeindustrie nur davon überzeugen, dass in Europa mit vier Jahreszeiten an Bekleidungsmöglichkeiten mehr Umsatz zu machen ist, als mit einer Mantel- und einer Bikinikollektion. Ist das nicht ein geniales Argument? Da seht ihrs, ich werde die Welt doch noch retten.

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Jacke: Mango (alt) | Top: ? (alt) | Jeans: Mango | Schuhe: Vögele | Tasche: Zara

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